Montag, 25. Mai 2015

Offline vs. online und die Frage nach den Prioritäten

Vor neun Monaten bin ich zum zweiten mal Tante geworden. Im Nachhinein betrachtet, hatte ich das große Glück, ganz viel Zeit mit meiner kleinen Nichte verbringen zu können, gleichzeitig mit meiner Schwester, ach, mit der gesamten Familie. Und ich habe es genossen. Ich war oft unterwegs, habe tolle Menschen kennengelernt und wiedergesehen. Ich hatte viel Zeit kreative Ideen umzusetzen und ebenso viel Zeit fürs Bloggen, für Instagram, Facebook & Co. 

binedoro Blog, Schönhausen Park, Krefeld

Seit vier Wochen ist nun der neue Job da. Es macht riesig Spaß, nur plötzlich habe ich wieder weniger Zeit online zu sein, auf Instagram über den Tag hinweg Fotos aus meinem Alltag zu zeigen, Blogposts vorzubereiten und andere Blogs zu lesen. Das Leben 1.0 fordert mich und nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch. Und das ist gut und richtig so. 

Was mich anfangs etwas beunruhigt hat, rückt jetzt in den Hintergrund bzw. verlagert sich: das Gefühl, etwas zu verpassen. Wenn bloggende Freundinnen mich fragen, ob ich dies und das aus der Blogosphäre schon gelesen oder gesehen habe und ich verneinen muss, fand ich das bis vor Kurzem noch komisch und ich wollte unbedingt schnell auf dem neusten Stand sein. Vielmehr interessiert es mich nun, ob bei meiner Nichte der dritte Zahn zu sehen ist und wie sich mein Lieblingsneffe im Tor auf dem Fußballplatz macht. Ich genieße die Zeit neben der Arbeit zu Hause, mit Familie und Freunden, freue mich auf die Reise nach Salzburg und die bevorstehende Hochzeit im Freundeskreis. Die Prioritäten ändern sich und ich weiss, dass es nicht nur mir so geht. Denn Nic hat vor Kurzem auch diese Tatsache zum Thema auf ihrem Blog gemacht. 

Ich mag die sozialen Netzwerke und alles drumherum nach wie vor und liebe es zu bloggen. Es geht aber auch nichts über ein leckeres Stück Kuchen mit der Familie, Zeit für Gesellschaftsspiele und einen Spaziergang (oder neuerdings Joggingrunde) durch den Park. Das alles geht vor und ich habe es besonders in den letzten Monaten wieder zu schätzen gelernt. Und da ich mir mal vorgenommen habe, dann zu bloggen, wenn es etwas zu sagen oder zu zeigen gibt, wird sich mein Rhythmus für neue Posts wieder meinem Alltag anpassen. Es ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, dass durch das Bloggen Freundschaften entstanden sind, die ich nicht mehr missen möchte. Ein Grund mehr, dem echten Leben mehr Raum zu geben. 

In diesem Sinne: Habt einen schönen Abend!
Bine


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