Samstag, 15. Oktober 2016

StadtBloggen ⎟ Dem Senf auf der Spur. Düsseldorfer Tradition

binedoro Blog, StadtBloggen, Düsseldorf, Blogger Workshop, Senfladen, Löwensenf

"Wissen Sie, welche Bedeutung die Senfkörner im Gewürzgurkenglas haben?" 
"Wussten Sie, dass Senfkörner wahre Wunder bei einer Erkältung bewirken?" 
"Was tut dem Senf nicht gut?"
Diese Fragen stellte uns am vergangenen Wochenende ein erfahrener Senfmüller im Düsseldorfer Senfladen und wir stellten viele Fragen zurück. Der Senfladen in der Düsseldorfer Altstadt, der zur Marke Löwensenf gehört, war unsere erste Station beim StadtBloggen Wochenende. 

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Im Senfladen wird nicht nur Senf in Gläsern verkauft, man kann sich frischen Senf auch zapfen lassen und so einiges Wissenswertes erfahren. Im hinteren Teil des Ladens sind Vitrinen mit alten Senffässchen und -gläsern aufgestellt, gerahmte Bilder zeigen die ursprüngliche Produktionsweise und die Geschichte der Firma Löwensenf. Säcke mit Senfsamen laden zum Fühlen ein, zum Verkosten alle Sorten von Löwensenf. Kennt ihr die Variation "Altbier" oder die Herbst-Winter-Variante "Rotwein-Pflaume"? Ach, wir haben noch viel mehr probiert. Lecker!

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Auf ganz charmante Weise erzählte uns Herr Genth, woraus Senf besteht, wie er entsteht und wie die Senffabrik nach Deutschland kam. Denn eigentlich stammt Löwensenf, gegründet 1903 von Otto und Frieda Frenzel, aus Metz in Lothringen, das heute zu Frankreich gehört. Nach dem 1. Weltkrieg zog die Essig- und Senffabrik nach Düsseldorf, da deutsche Staatsbürger Frankreich verlassen mussten. Die besondere Komposition vom Löwensenf brachte den Erfolg. Kurz darauf kam der Löwensenf extra auf den Markt, der erste deutsche Senf, der nach dem Dijon-Verfahren hergestellt wurde. Bei Löwensenf gab es übrigens auch den ersten Senf in Gläsern anstatt in Fässern und die Abfüllung unter Vakuum. Jahre später wurde die alteingesessene Düsseldorfer Senfmarke ABB aufgekauft. Der Name ist bis heute geblieben.

Wie scharfer, milder und süßer Senf hergestellt wird, hat Löwensenf auf der Website sehr anschaulich erklärt. Wer es ganz genau wissen will, der schaut sich da mal um.

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Wusstet ihr, dass die Senfpflanze dem Raps optisch sehr ähnlich ist? Sie hat längliche Blätter und leuchtend gelbe Blüten. Man kann aber davon ausgehen, dass die gelbblühenden Felder, die wir in Deutschland sehen, allesamt Rapsfelder sind. Die Ackerfläche ist hier zu Lande für den Senfanbau zu teuer. 

Was ich nicht wusste: Für die verschiedenen Senfvariationen wird immer milder Senf verwendet, also Senf aus Gelbsenfsaat. Aus Braunsenfsaat wird scharfer Senf hergestellt und ist zu dominant zum Mischen mit anderen Zutaten. Wenn man also in der heimischen Küche experimentiert und sich zum Beispiel eine feine Himbeer-Senfsoße zubereitet (das möchte ich schon länger ausprobieren), immer schön zum mittelscharfen Senf greifen.

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Was tut dem Senf nicht gut? Das sind drei Dinge: Sauerstoff, Licht und Wärme. Senf enthält ätherisches Öl, das sich bei Kontakt mit Sauerstoff schnell verflüchtigt. Das gleiche gilt, wenn man Senf Licht und Wärme aussetzt. Das heißt: Ist das Senfglas einmal geöffnet, immer im Kühlschrank aufbewahren. Für mich ebenfalls neu: Milder Senf hält sich nach dem Öffnen im Kühlschrank ca. 1 Jahr, scharfer Senf nur ein halbes Jahr. Danach ist Senf zwar nicht schlecht, er verliert aber an Geschmack. Man lernt ja nie aus. 

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Jetzt kommt die Frage, die wir definitiv falsch beantwortet haben: Was machen die Senfkörner im Gewürzgurkenglas? Na? Nichts, außer schön aussehen. Solange das Senfkorn geschlossen ist, passiert nichts. Man kann ein Senfkorn sogar in den Mund nehmen und spürt keine Schärfe. Erst wenn die Schale aufgebrochen bzw. das Senfkorn aufgequollen und zerkleinert ist, werden die ätherischen Öle freigesetzt und geben somit Schärfe ab. 

Und dann erfuhren wir noch, dass eben diese eingeweichten und anschließend zerkleinerten Senfkörnchen ein wunderbares Erkältungsbad abgeben. Für eine volle Badewanne reichen ein paar wenige Senfkörner, in etwa ein Teelöffel. 

Wer sich selbst von Düsseldorfs Tradition überzeugen möchte, der besucht den Senfladen in der Altstadt und lässt sich gleich noch ein wenig frischen Senf zapfen und abfüllen. Aber Achtung: Nach Verlassen des Ladens ist der Wunsch nach einer Bockwurst riesig.

Düsseldorfer Senfladen
Bergerstraße 29
40213 Düsseldorf

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1 Kommentar:

  1. Das klingt wirklich sehr interessant!
    Ich mag auch total gerne Senf. Aber so wirklich damit auseinander gesetzt, wie Senf gemacht wird, habe ich mich noch nicht. ;)
    Dass man danach Hunger auf eine Wurst hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. ;D

    Liebe Grüße
    Ulrike

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