Montag, 24. September 2018

Zwei Gestaltungsideen für Geschenktüten und wie das so ist, wenn man zu viele Hobbys hat

Werbung/Kooperation: Die Papiertüten wurden mir von folia zur Verfügung gestellt.

Der Freund und ich sind zurück von unserer zweiten gemeinsamen Bootstour. Was für ein Spaß, aber auch was für ein Wetter! Von etwas strahlendem Sonnenschein bis ziemlich viel Grau in Grau war alles dabei. Aber darum geht es heute gar nicht. Jetzt wird es erst einmal bunt. Denn ich komme endlich dazu, euch die Ergebnisse von meinem letzten DIY-Zeitfenster zu zeigen. Vor Kurzem standen nämlich wieder zwei Geburtstage an – der vom Freund und der meiner Nichte – und ich habe mich bei der Geschenkverpackung ein wenig ausgetobt.

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"DIY-Zeitfenster"? Ja, irgendwie komme ich in den letzten Monaten nicht so häufig dazu, mich an die Nähmaschine zu setzen oder zu basteln, zu gestalten, zu malen oder zu schreiben. Dafür verbringe ich meine Zeit oft draußen an der frischen Luft und auf dem Wasser. Denn wer mir auf Instagram folgt, hat vielleicht (wenn der Algorythmus das möchte) gesehen, dass ich mir, recht spontan, ein kleines Sportboot gekauft habe. Unser Zweitboot sozusagen. 

Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich den Sportbootführerschein mache und sogar Bootsbesitzerin werde, ich hätte demjenigen einen Vogel gezeigt. Nun denn, das bis letzte Woche noch ganz passable Spätsommerwetter muss natürlich ausgenutzt werden, bis das Bötchen dann Anfang Oktober ins Winterquartier kommt. Und dann werde ich auch wieder Zeit zum Kreativsein haben. Das habe ich mir fest auf die Fahne geschrieben. Mir ist nämlich seit unserer Bootstour, bei der dicke Socken, Schal und Mütze unsere ständigen Begleiter waren, nach eben diesen und nach Tee und ganz viel Gemütlichkeit. Hallo, Herbst!

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So, jetzt zu den Verpackungsideen: Der Freund hat Konzertkarten bekommen und ich habe die Geschenkverpackung auch gleich mal passend gestaltet. Ich hatte ja vermutet, dass er sofort weiß, was genau drin ist, dem war aber nicht so. 

Als Basis habe ich die Blockbodenbeutel von folia verwendet. Die sind aus Kraftpapier, sogar lebensmittelecht und es gibt sie sowohl in weiß als auch inzwischen in braun. Durch den Boden haben sie eine gute Größe (21x12x6 cm), in die auch was hineinpasst. Ich bin ja sonst totaler Fan von den einfachen Butterbrot- oder Sandwich-Tüten, aber die sind etwas kleiner und ja auch nicht ganz blickdicht.

Aus verschiedenen Papier- und Papperesten habe ich dann Noten ausgeschnitten und auf die Tüte geklebt und ein Mikrofon als Karte angehängt.

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Für meine kleine Nichte musste das Geburtstagsshirt noch verpackt werden. Das passte Dank des Bodens so gerade auch noch in einen Kraftpapierbeutel, den ich dann mit einer Wimpelgirlande verziert habe. 

Einfach aus Papierresten – in diesem Fall ganz mädchen-like – kleine Streifen schneiden, in der Mitte falten, mit etwas Kleber zusammenkleben und ein kleines Dreieck wegschneiden. Dann die Wimpel nacheinander auf eine Kordel auffädeln und um das Päckchen wickeln, an den Enden festkleben, fertig.

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Ich mache mir jetzt mal eine Liste mit den DIY-Ideen, die ich gern in den nächsten Wochen umsetzen möchte. Immerhin habe ich in den letzten Tagen schon für zwei Shirts an der Nähmaschine gesessen. Hat mir gefehlt! Und damit ich gewappnet bin, gehen die Nähmaschinen jetzt erst einmal zur Inspektion. Denn im November steht auch wieder das Nähcamp im DJH Resort in Neuharlingersiel an. Da müssen die Maschinen rattern. 

Habt einen schönen Start in die Woche mit vielen kreativen Stunden!

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Sonntag, 26. August 2018

DIY ⎟ So wird das Bad auf dem Boot praktisch und wohnlich ausgestattet

Werbung für tesa, Ortsnennung 

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Hab ich euch im letzten Post von unserer Bootstour übern Rhein und NRWs Kanäle lang und breit berichtet (na, wer hat bis zum Ende durchgehalten?), geht es heute um ein paar praktische Ideen, mit denen wir das Mini-Bad unter Deck optimiert haben. Und damit es ein wenig wohnlicher wird, hab ich auch gleich noch ein hübsches DIY-Projekt umgesetzt, das könnt ihr ganz einfach nachmachen. 

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So eine Bootstour beschert einem nicht nur viele schöne Momente, man lernt auch zu improvisieren und ein paar verbesserungswürdige "Schwachstellen" kennen. Wohin mit Shampoo, Duschgel, Toilettenpapier, Zahnbürste & Co.? Bei wilder Fahrt sollte zum einen nicht alles umherfliegen, zum anderen ist das Motorboot aus GFK (Glasfaser-Kunststoff) gebaut, in dessen weiße Kunststoffoberfläche man nicht an jeder beliebigen Stelle einfach Löcher bohren kann. Da passen die verschiedenen Klebelösungen von tesa natürlich super. Ihr wisst ja, Projekte, die man ohne großen Aufwand umsetzen kann, sind mir die liebsten. 
 
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Also haben wir geklebt. Und zwar zuerst eine Kunststoff-Box, die wir mit den tesa Klebenägeln an die Wand gebracht haben. Dort finden jetzt unser Duschzeug und Zahnbürsten Platz und es bleibt auch bei stärkerem Wellengang  und Strömung alles an Ort und Stelle. Gut ist, dass wir die Box mit bis zu 6 kg beladen können, da ein Klebenagel 3 kg tragen kann. Ihr glaubt gar nicht, was sich selbst da mit der Zeit so an Gedöns ansammelt ...

Auch einen Korb für weitere Utensilien haben wir mit den Klebenägeln aufgehängt. Das geht ganz simpel auf glatten Flächen in Verbindung mit den tesa Powerstrips. 
 
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Der nächste Punkt auf unserer Liste war der Toilettenpapierhalter. Der hatte nämlich das Weite gesucht und war während fast jeder Fahrt abgefallen. Kennt ihr das Montageband von tesa? Ich habe ja schon einige tesa Produkte in Gebrauch, aber das Klebeband für glatte Flächen wie Fliesen und  Metall kannte ich noch nicht, sollte aber für dauerhaften Halt die richtige Wahl sein. 

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Eines kann ich euch sagen: Wenn man akurat und ordentlich sein will, hilft Schaukeln und Wackeln definitiv nicht. Das haben wir beim Anbringen der Halterungen für die Handtuchhaken ganz deutlich gemerkt. Trotz eines selbstgebastelten Abstandhalters aus Pappe. Aber gegen Strömung im Hafen – das Boot liegt nunmal im Wasser – kann man eben nix machen. Ein paar Schweißtropfen und Schimpfwörter später hatten wir dann aber eine hübsche Reihe chrom-glänzender Haken an der Wand. Geht doch!

Die Haken lassen sich unter normalen Bedingungen auf jeden Fall ganz einfach ohne Schweißperlen in Reihe aufkleben. Und sie gibt es auch noch in anderen Farben und Ausführungen, aber zum Rest der Einrichtung des Mini-Badezimmers passen die in Chrom-Optik am besten, fanden wir. 

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Und weil ich ja nicht ich wäre, wenn ich mir nicht noch eine schöne, einfache DIY-Deko einfallen lassen würde, zeige ich euch jetzt, wie ich den Schriftzug aus Draht auf Balsaholz gefertigt habe. 

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Draht-Schriftzug auf Balsaholz

Material:
Balsaholz, mindestens 4 mm stark, in Wunschgröße
Aluminiumdraht, 1 mm stark 
Cutter oder Teppichmesser, Schneidematte und Lineal
Zange und Dorn
etwas Acrylfarbe und Pinsel

Uns so geht's:
Als erstes habe ich das Wort "ahoi" auf Papier geschrieben, so wie es später aus Draht aussehen soll. Der Wortlänge entsprechend wird dann die (in meinem Fall 1 m lange und 10 cm hohe) Balsaholzplatte gekürzt. Da Balsaholz ganz leicht und verhältnismäßig weich ist, lässt es sich prima mit einem Cutter oder Teppichmesser schneiden.

Die Kanten habe ich dann als Kontrast mit blauer Acrylfarbe bepinselt und trocknen lassen. 

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Für den Schriftzug habe ich den Draht auf der Papiervorlage nachgelegt. Am Anfang und am Ende wird der Draht ca. 3 mm nach hinten umgebogen, wie auf dem Bild zu sehen. Platziert den Schriftzug auf dem Balsaholz und piekst mit dem Dorn dort, wo der Draht anfängt und aufhört jeweils ein kleines Loch in das Holz. Achtung: nicht ganz hindurchstechen. Dann steckt ihr den nach hinten gebogenen Drahtanfang und das Ende in die beiden kleinen Löcher. 

Um die Holzplatte an der Wand zu befestigen, habe ich in alle vier Ecken der Rückseite die tesa TACK Klebepads XL geklebt. 

Fertig ist die Wanddekoration und wir freuen uns über ein praktisches und wohnliches Mini-Bad auf dem Boot.

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Freitag, 17. August 2018

Urlaub mit dem Motorboot: übers Wasser durch NRW

Werbung wegen Verlinkung, Orts- und Markennennung sowie Markenerkennbarkeit, unbeauftragt/unbezahlt

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Endlich habe ich die vielen Fotos gesichtet, unser Logbuch vervollständigt und gestaltet und kann euch nun von unserer Tour mit dem Motorboot hier auf dem Blog erzählen. 

Acht Tage waren der Liebste und ich auf dem Wasser unterwegs, haben so einige Kilometer auf dem Rhein und NRWs Kanälen zurückgelegt, sieben Häfen angesteuert, elf Schleusen gemeistert und das traumhafte Wetter genossen. Und unsere Reise in vielen Bildern festgehalten, von denen ich euch heute ein paar (viele) zeige. Wir wären am liebsten noch weitergefahren, aber ich berichte mal von Anfang an.

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Gestartet sind wir samstags morgens im Heimathafen, im Düsseldorfer Yachtclub DYC (Rhein-km 747). Eine erste Zwischenstation war der nahegelegene Paradieshafen im Stadtteil Lörrick. Denn es galt für mich an diesem Morgen noch die letzte Theorieprüfung für den Sportbootführerschein Binnen zu bestehen (dass das geklappt hat, hatte ich euch schon erzählt). Als wäre ich nicht schon aufgeregt genug gewesen, folgte uns die Wasserschutzpolizei in den Hafen und bat zur allgemeinen Verkehrskontrolle. Papiere kontrolliert, die Beamten wünschten mir noch viel Erfolg und wir machten am Steg fest. Puh, alles prima, aber brauche ich an solch einem Tag trotzdem nicht. Ich also zum Prüfungsraum gelaufen, Fragen beantwortet, Prüfung bestanden und wieder zurück zum Steg. Und dann ging es endlich los auf große Fahrt!

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Unser erstes Ziel war der Yachthafen De Bijland, mit dem Strom und vorbei an Krefeld, Duisburg, Wesel, Rees und Emmerich ca. 118 km bis Rhein-km 864. Der "kleine Drago" hat für diesen Weg satte 90 Liter Benzin geschluckt – bei Einfahrt in Bijland Plas wurde also erstmal nachgetankt. Ein Hoch auf Bootstankstellen, die sind nämlich nicht so zahlreich vertreten (oder bieten nur Diesel an oder sind geschlossen). 

Den Kühlschrank hatten wir im Vorfeld bis zum Rand gefüllt mit so alltäglichen Lebensmitteln wie Butter, Milch, Wurst, Käse, Grillwürstchen – nicht lachen, letztere gehören im Sommer einfach zu den Grundnahrungsmitteln dazu. Gerade dann, wenn man auf dem Boot keine großen Menüs kochen kann und möchte. Grillwürstchen & Co. gehen (fast) immer, denn einen Grill haben wir an Bord. Nudeln, Reis, Marmelade, Brot und jede Menge Getränke haben die Staufächer unten in der Kajüte gefüllt. Also verhungern und verdursten konnten wir definitiv nicht.

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Da der Yachthafen De Bijland recht groß ist, lohnte es sich das Paddelboot aufzupusten und gegen Abend eine Runde durch den Hafen zu paddeln und Boote zu gucken (ganz neue, ganz alte und welche, die dringend von Spinnweben befreit werden wollten). Also der Freund ist gepaddelt, ich habe mich gesonnt – ganz klare Rollenverteilung.

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Am Sonntagmittag fuhren wir auf dem Rhein ein Stück zurück bis zum Yachthafen Wesel (km 816), unser nächstes Ziel. Dort angekommen, wurden unsere Mägen erst einmal mit frischgekochter Pasta gefüllt und das Boot mit Hilfe von Benzinkanistern wieder vollgetankt. Als Reserve sollte man immer welche dabei haben. Das bekamen wir später auf unserer Tour auch noch zu spüren, als mal wieder keine Bootstankstelle in Sicht war.

Wenn wir nicht grillen, koche ich auf dem Boot mit einem Einplattenkocher mit Hilfe von Landstrom, den man in der Regel immer am Steg bekommt. Manchmal etwas improvisiert, aber gerade das macht doch Spaß. Und inzwischen ist die Küchenausstattung an Bord auch ganz ansehnlich.

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Montag starteten wir recht früh, denn auf unserer Route lagen für diesen Tag die ersten Schleusen. Und da man nie weiß, wie lange man als Sportboot an einer Schleuse warten muss, sollte hier Zeit eingeplant werden. 

Bei Rhein-km 813 ging es für uns also in den Wesel-Datteln-Kanal und kurz darauf legten wir im Wartebereich der Schleuse Friedrichsfeld an. Eine deutlich größere Yacht hatte schon festgemacht und uns freundlicherweise beim Schleusenwärter über Funk mit angekündigt. Kurz darauf ging es auch schon los, denn Frachter der Berufsschifffahrt waren nicht in Sicht – die hätten eben Vorfahrt.
 
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Für mich völlig Neuland, meisterten wir an dem Tag aber noch drei weitere Schleusen, in denen wir vom Unterwasser ins Oberwasser gepumpt wurden: Hünxe, Dorsten und Flaesheim. Puh, gar nicht mal so einfach, wenn man keine Ahnung hat. Aber der Liebste und ich haben gut zusammengearbeitet und außer schmutzigen Fingern und ein paar blauen Flecken meinerseits gab es nichts zu beklagen. 

Ich war trotzdem froh, als wir in der Marina Flaesheim (km 50 auf dem Wesel-Datteln-Kanal) ankamen. Wir lauschten der Musik einiger älterer Herrschaften, bestaunten deren Einparkkünste (ok, ich darf nichts sagen, ich muss das Bootfahren selbst noch üben) und genossen den Sonnenuntergang. Das Wasser war hier so klar, dass wir am nächsten Morgen erst einmal ins kühle Nass sprangen und schwimmend eine Runde durch den Hafen drehten. Das Frühstück bestand übrigens teilweise aus den restlichen Grillwürstchen vom Vorabend – Grundnahrungsmittel, ihr wisst schon.

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Am Dienstag, Tag 4, setzten wir unsere Fahrt auf dem Wesel-Datteln-Kanal  zu Berg fort und passierten die beiden letzten Schleusen Ahsen und Datteln. Inklusive lustiger Dialoge mit den Schleusenwärtern, denn ich habe uns immer per Handy angekündigt und so die Möglichkeit zu schleusen geklärt, da die "Playstation" kein Funkgerät an Bord hat: "Haben Sie keinen Funk?" "Nein." "Sowas gibt's noch?" "Ja." Gedacht habe ich mir, ich habe doch ein iPhone ... Hätte ich beim nächsten Telefonat wahrscheinlich auch gesagt, aber das nicht vorhandende Funkgerät wurde nicht mehr kommentiert.

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Auf dem Streckenabschnitt fiel uns an einem seitlichen Anleger zum ersten Mal ein Segler ohne Mast auf. Dass wir die "Seewind" später noch öfter sehen und sogar noch jetzt in Kontakt mit der Besatzung sind, wussten wir da noch nicht. Liebe Grüße an dieser Stelle an Katy und Dirk!

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Die Schleuse Datteln passiert, ging es für uns bei Kilometer 21 ein kleines Stück auf dem Dortmund-Ems-Kanal weiter. Denn unser nächstes Ziel war das Schiffshebewerk Henrichenburg, vor dem wir mit bestem Ausblick im Yacht Club Hebewerk Henrichenburg (YCHH) anlegten. Der sehr freundliche Club-Vorsitzende bot uns sofort seine Hilfe an, als wir nach der nächsten Tankstelle fragten. Denn dass es keine Bootstankstelle in der Nähe gab, das wussten wir. Er hätte uns samt Kanister sogar mit dem Auto den einen Kilometer zur Tankstelle gefahren, aber wir bevorzugten dann doch den leihweise zur Verfügung gestellten Handkarren (warum eigentlich?). Und so machten sich zwei lustige Gestalten zu Fuß auf den Weg. Entschädigt für den nicht ganz so einfachen Marsch mit 70 Litern Benzin auf zwei kleinen Rädern wurden wir dann aber am Abend vom wunderschön beleuchteten Schiffshebewerk.

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Das Schiffshebewerk ist nicht mehr in Betrieb, aber kann als Museum besichtigt werden. Das machten wir auch und standen am nächsten Vormittag mit etwas Verspätung hoch oben auf dem Turm und ganz unten im Trog, in dem seinerzeit die Schiffe "gehoben" wurden. 

Und warum Verspätung? Wir mussten kurzfristig auf einen anderen Liegeplatz umziehen, als wir uns gerade auf den Weg zum Museum machen wollten. Dabei fiel meine Sonnenbrille ins Wasser zwischen Boot und Steg. Kein großer Wert, aber der Freund riss sich seine Klamotten vom Leib und sprang ins Hafenbecken. Auch mit 1,86 m Körpergröße ist der Grund bei 2,40 m Wassertiefe nicht so leicht zu erreichen, wenn man um sich herum nicht viel Platz hat. Aber er hat es geschafft und meine Sonnenbrille gerettet, mein Held bei kleinen und großen Abenteuern.

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Der Mittwoch, mit Weiterfahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal zu Tal, hielt dann noch ein paar Überraschungen bereit. Denn das Schleusen zusammen mit Frachtern der Berufsschifffahrt hat mich einige Nerven gekostet. Die Schleusen Herne Ost, Wanne-Eickel und Gelsenkirchen haben jeweils eine Länge von 190 Metern. Liegen bereits zwei Frachter von rund 90 und 70 Metern in der Schleuse, hat selbst ein kleines Sportboot nicht mehr viel Platz. Seht ihr das auf dem Foto unten? Krass, oder? Da kann es schon mal wild werden, denn so ein Frachter hat ordentlich Schub. Schwimmpoller in den Spundwänden sind auf jeden Fall schon mal eine super Erfindung, da muss man nicht immer nach einer neuen Möglichkeit zum Festmachen schauen. 

Übrigens gibt es vom Rhein-Herne-Kanal aus jede Menge zu gucken. Die Ufer sind grün trotz des Industrieflairs rundherum. 

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Nach einem langen Tag kamen wir erst um ca. 20 Uhr in der Heinz-Schleußer-Marina Oberhausen an. Da durfte es dann auch mal Fastfood sein, denn das CentrO liegt direkt hinter dem Hafen, Auswahl gab es also genug. Und dann war er wieder da, der Segler ohne Mast. Unser Liegeplatz lag also direkt neben der "Seewind" und Katy und Dirk (einander vorgestellt hatten wir uns da aber noch nicht) versorgten uns mit dem Zugangscode zu den Sanitäranlagen. Denn für eine Anmeldung beim Hafenmeister war es schon zu spät; das vertagten wir dann auf den nächsten Morgen, ebenso eine kleine Shoppingtour. 

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Um am Donnerstag den Innenhafen Duisburg zu erreichen, schleusten wir noch einmal in Oberhausen, fuhren durch den Verbindungskanal zur Ruhr und kündigten uns dann in der Ruhrschleuse Duisburg an. Diese ist aber mit 360 Metern Länge eine der längsten Schleusen und da wir das einzige Boot waren, wurden wir zur benachbarten Schleuse Meiderich geschickt. Hier sollte es allerdings noch über eine Stunde dauern, bis wir eventuell einfahren konnten. Einfach zu viel Berufsschifffahrt unterwegs.

Und dann wurde ich unerwartet zur "Schleusenkönigin" (der Liebste fand, ich habe ein Krönchen verdient), denn hinter uns sammelten sich drei weitere Sportboote im Wartebereich. Ich habe also wieder zum Handy gegriffen, den netten Schleusenwärter der Ruhrscheluse angerufen und vier Sportboote angekündigt. Und so fuhren wir Kolonne wieder zurück, wurden zu Tal geschleust und fuhren hintereinander wieder heraus. Yeah!

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Bei Rhein-Kilometer 780 ging es zurück auf den Rhein und Richtung Duisburg. In der Marina Duisburg angekommen, beschlossen wir bei noch immer traumhaftem Wetter die letzten zwei Tage dort zu verbringen und einen Tag nicht zu fahren. Waren wir ja dem Heimathafen schon ziemlich nahe, bekamen wir Besuch von Familie und Freunden und auch die "Seewind" machte in Duisburg fest.

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In die letzte, wohlgemerkt recht kurze Etappe brachen wir dann Samstagvormittag auf. Eine knappe Stunde fuhren wir noch gegen die Strömung bis nach Düsseldorf, dann war der Heimathafen wieder erreicht. 

Was soll ich sagen: Es war großartig! Spannend und entspannt zugleich. Und wir wären beide so gern noch weitergefahren – mit der kleinen Einschränkung, dass wir keine Schleusen mehr passieren wollten. Der nächste Urlaub mit und auf dem Motorboot folgt bestimmt. 

Und wer bis hier hin durchgehalten hat: Hut ab! Ich hatte beim Schreiben noch überlegt, den Blogpost zu splitten, aber wollte dann doch gern die Reise als eine Geschichte veröffentlichen. 

Habt ihr Fragen? Dann haut sie raus, schreibt in die Kommentare oder per E-Mail. Ich freu mich auf euer Feedback.

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